Frau & Handwerk Zahlenmanagement im Handwerk I (1280x960)

Zahlenmanagement im Handwerk I

Mit den eigenen Betriebszahlen beschäftigt sich ein Handwerksunternehmer nicht unbedingt gerne – meist muss ein Blick auf die Einnahmen und  Ausgaben in der monatlichen Auswertung genügen.

Doch aus diesen Zahlen lässt sich sehr viel mehr entnehmen: Betriebliche Abläufe können erkannt und verbessert werden, Probleme des Betriebes ermittelt und in die richtige Richtung gesteuert werden. Wie das funktioniert, damit beschäftigte sich das zweitägige F&H-Seminar „Zahlenmanagement im Handwerk“.

Die Voraussetzungen und Anforderungen der zahlreichen Teilnehmerinnen waren sehr unterschiedlich: der Bogen spannte sich von verschiedenen Gewerken und Betriebsgrößen zwischen  zwei und mehr als 35 Mitarbeitern über Tätigkeiten der vorbereitenden Buchführung bis hin zur Betriebswirtin im Handwerk. Dennoch verstand es Referentin Sabine Bernstein aus der Unternehmensberatung Heckner ein eher trockenes Thema interessant und praxisnah umzusetzen. Locker und höchst informativ vermittelte sie die Seminargrundlagen, so dass jeder noch viele wertvolle Tipps und Informationen mit nach Hause nehmen konnte.

Zum Einstieg wurde erst einmal analysiert: Was genau gehört eigentlich zur Buchhaltung? Wie ist das Rechnungswesen gegliedert? Was ist der Unterschied zwischen Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung (GuV), was gehört hinein und wo werden die Posten verbucht? Während die Bilanz den Erfolg an einem bestimmten Stichtag ermittelt, saldiert die GuV sämtliche Erträge und Aufwendungen einer längeren Abrechnungsperiode. Mit ihr lässt sich das Zustandekommen des Erfolges genau aufzeichnen. Hier lohnt es sich also, genauer hinzuschauen, empfiehlt die Expertin:  „Die Zahlen der Buchhaltung sollten nicht nur zur Erfüllung der gesetzlichen Vorschriften dienen, sondern vor allem zur Kontrolle und Steuerung der eigenen wirtschaftlichen Tätigkeit genutzt werden“.

Doch was genau sagt eigentlich die monatliche BWA aus? Um erkennen zu können, welche Zusammenhänge zwischen den Zahlen der Auswertungen bestehen, beleuchtete sie Schritt für Schritt die einzelnen Positionen. Verständlich stellte sie dar, was passiert, wenn verschiedene Zahlenwerte verändert werden und was sich anschließend daraus erkennen lässt.

Besonderes Augenmerk richtete die Referentin auch auf die Kennzahlen, denn  in den Kennzahlen stecken gute Steuerungsmöglichkeiten für den eigenen Betrieb. Fragen wie „Wie hoch ist meine  Eigenkapitalquote?“ und  „Wie ermittle ich meine Liquiditätszahlen?“ wurden anschaulich erläutert und erklärt, welche Kennzahlen wichtig sind  und  warum sie regelmäßig ermittelt werden sollten.

Beide Seminar-Tage waren prall gefüllt mit praktischen Übungen und geldwerten Tipps. Auch verwandte Themen wie zum Beispiel Kalkulation, Rechnungsstellung, Forderungsmanagement, Kostenstruktur und Steuerberaterhonorare wurden besprochen.

Selbst für Seminar-Teilnehmerinnen, die täglich in der Praxis mit den Betriebszahlen umgehen, war noch das eine oder andere „Aha“- Erlebnis dabei.

Fazit: Die monatlichen Zahlen der BWA sind ein wichtiges Steuerungsinstrument. Denn Erfolg oder mögliche Probleme frühzeitig erkennen zu können ist wichtig und kann im Zweifelsfall für den Betrieb lebensrettend sein.

Im nächsten Jahr wird es eine Fortsetzung der Seminarreihe geben. Also schon mal vormerken!

SGE