Frau und Handwerk Landesverband Saarland Veranstaltungen

Juni-Workshop von Frau & Handwerk mit Frank Becker Text und Konzept, Saarbrücken

„Elevator Pitch“ – dieser Ausdruck steht für einen Zeitraum der zur Verfügung steht, um in einem Aufzug – vom Erdgeschoss bis zur 2. Etage –  unserem Gegenüber zu erklären, wer wir sind und was wir machen. An diesem Bild erkennt man bereits: viel Zeit bleibt da nicht zur Selbstdarstellung.

Zum Einstieg in das Thema gab es gleich zu Beginn des Workshops von Referent Frank Becker eine Übungsaufgabe: „Schreiben Sie eine Bedienungsanleitung für eine Streichholzschachtel in nicht mehr als 50 Worten“. Schon bei dieser zunächst einfach erscheinenden Übung zeigte sich den Mitgliedern und Gästen von Frau & Handwerk, worauf es -nicht nur bei einer Bedienungsanleitung – ankommt:  einfache Formulierungen sind gefragt, kurz, knackig und einprägsam, mit Beschränkung auf das Wesentliche. Das Gleiche gilt nämlich auch dann, wenn man sich selbst jemandem vorstellen möchte. „Bei den Formulierungen ist es wichtig, präzise zu sein und die Kernpunkte zu erfassen. Fachjargon sollte man nicht benutzen“  sagt der Experte. Bei der Einfachheit zu bleiben ist jedoch schwierig. Ziel ist es, eine Formulierung zu finden, die das Interesse des Gegenübers weckt, Sie zu einem interessanten Gesprächspartner macht und die sich vor allem gut merken können.

Hierfür hatte der Referent ein paar Anleitungen parat, die die Aufgabe etwas einfacher machen:

Sprechen (oder schreiben) Sie im Aktiv statt im Passiv, nutzen Sie Verben statt Substantive und verwenden Sie wenig Adjektive – das macht den Text lebhaft und interessant. Nutzen Sie einfache und kurze Sätze – Ihre Botschaft bleibt klar, Sie können sich Ihren Text merken und versprechen sich nicht so leicht.

„Radionachrichten sind ein sehr gutes Beispiel, an welchem man sich orientieren kann“, lautete der Tipp vom Profi.  Bei den Meldungen kommt die wichtigste Nachricht  zuerst, aufgeteilt  in einen einfachen Satz aus Subjekt – Prädikat – Objekt.  Die nähere Beschreibung erfolgt dann erst im zweiten Hauptsatz. Umgesetzt auf das Thema des Workshops sind drei Sätze ideal, um sich in kürzester Zeit vorzustellen. Dabei ist der erste Satz dem Namen und der Tätigkeit gewidmet. Im zweiten Satz  könnte man zum Beispiel erwähnen, was man anders als Andere macht oder worauf man spezialisiert ist. Gibt es noch eine Besonderheit? Das wäre dann der dritte und letzte Satz der Vorstellung, ebenfalls einfach formuliert, mit welchem vielleicht die Neugierde geweckt wird. Das lädt den Gesprächspartner zum Nachfragen ein – sicherlich eine gute Einleitung zu einer weiteren interessanten Konversation!

Jetzt gab es Gelegenheit, nach den erlernten Punkten einen Text zu erarbeiten, um sich und seine Tätigkeit im Betrieb oder bei Frau & Handwerk vorzustellen. Beim Vortragen in der Gruppe zeigte sich, wie anders als gedacht manchmal die Texte bei den Zuhörern ankommen, denn oft formuliert man zu lang und zu kompliziert. Daraus entwickelte sich eine sehr rege Diskussion, bei der gemeinsam viele Verbesserungsvorschläge erarbeitet wurden.

Zum Abschluss hatte Frank Becker noch einen Tipp parat: „Lesen sie sich laut vor, was Sie geschrieben haben“. Ist der Text flüssig formuliert, stolpert man nicht und kann beim nächsten Vorstellen selbstbewusst und frei reden.

Übrigens: Die Anleitungen für die Streichholzschachteln funktionierten sehr gut – am Ende ging bei allen ein Licht auf!

SGE