Das Handwerk hat Nachwuchssorgen  – Wie findet man den optimalen Azubi?

Das August-Seminar von F&H beschäftigte sich diesmal mit der Sorge um den passenden Nachwuchs im Handwerk:

Wie findet man den optimalen Auszubildenden und wie begeistert man ihn für das eigene Unternehmen? 

Der demografische Wandel macht sich noch nicht in vollem Ausmaß bemerkbar,  aber bereits jetzt ist der Rückgang der Bewerberzahlen um Ausbildungsplätze im Handwerk spürbar. Es wird immer schwieriger, gute Auszubildende zu finden.  Um ihre Zukunft zu sichern, müssen Betriebe gerade jetzt ihren Bedarf an Experten selbst ausbilden und nach Möglichkeit im Betrieb halten.  Das bedeutet: Wer einen Azubi haben will, der wirklich zum Unternehmen passt und ihn später auch behalten will, braucht eine gute Strategie.

Vor der Suche steht erst einmal das Anforderungsprofil: Wer sich genau überlegt, was er von seinem neuen Mitarbeiter erwartet, hat es bei der Auswahl leichter und wird später seltener enttäuscht. Je besser Azubi und Betrieb zueinander passen, desto eher bleibt der Nachwuchs im Unternehmen.

Ein attraktives und modernes Erscheinungsbild des eigenen Betriebes steigert dabei die Chancen, als interessantes Unternehmen auf dem Ausbildungsmarkt wahrgenommen zu werden. Um jetzt den optimal passenden Bewerber aus dem Angebot herauszufiltern, gibt es einige Möglichkeiten. Dabei sollten Berufsmotivation und Persönlichkeit des Bewerbers  die entscheidenden Merkmale sein – jedes vierte Ausbildungsverhältnis scheitert nicht aus fachlichen Gründen, sondern aufgrund persönlicher Differenzen.

Referent Tobias Nitschke rät, an die Suche nach einem neuen Auszubildenden gut strukturiert heranzugehen. Der Wirtschaftspsychologe empfiehlt, ein Anforderungsprofil in Form eines Fragebogens zu erstellen. Standardisierte Fragen, im Idealfall von zwei Interviewern gestellt, erleichtern die objektive Auswertung des Gespräches, verhindern Beurteilungsfehler und ermöglichen den exakten Vergleich zwischen den einzelnen Bewerbern. Durch eine gut gestaltete Begrüßung können die Bewerber bereits beim Eintreten getestet werden. Eine durchdachte Sitzordnung mildert oftmals den im Vorstellungsgespräch vorhandenen Stress.  „Stellen Sie offene Fragen, dann wird der Bewerber zum Reden ermuntert“  empfiehlt der Experte. Der Redeanteil der Befragten sollte im Idealfall 80-90% betragen.

In dem gut fünfstündigen Seminar gab der Referent den Teilnehmern wertvolle Tipps und Unterlagen an die Hand, mit deren Hilfe sich die Auswahl der Bewerber leichter strukturieren und auswerten lässt.

Optimal vorbereitet  und ausgerüstet mit den richtigen Fragen geht man dann gern ins nächste Bewerbungsgespräch – jetzt ist der nächste Azubi sicher der richtige!

F&H dankt der Stiftung Saarländisches Handwerk für die Förderung des Seminars.

SGE