Führen für Profis
F&H Seminar am 18. Und 19. Februar 2016

„Führen mit Profil – so würde ich dieses Seminar lieber nennen“, sagt Angelika Kirch, Referentin aus dem Hause Heckner zu Beginn der 2-tägigen Weiterbildung, „denn gerade in unsicheren Zeiten sehnen sich Mitarbeiter nach authentischen Führungskräften mit Persönlichkeit und Charisma“. Authentisch sein ist das Zauberwort, denn authentische Führungspersönlichkeiten schaffen es auch in schwierigen Zeiten, ihre Mitarbeiter zu motivieren und auch bei unpopulären Entscheidungen auf Kurs zu halten und zu motivieren.

Führungskräfte müssen die Erwartungen der Mitarbeiter mit den Vorstellungen des Unternehmens in Einklang bringen, was voraussetzt, dass sie mit sich selbst im Reinen sind. Ausgeglichenheit, zuhören können und Empathie – aber auch Motivation, konsequent sein und Grenzen setzen sind wichtige Führungsqualitäten. Studien haben ergeben, dass die Erwartungen der Firmenangehörigen an Chef und Chefin häufiger im menschlichen als im sachlichen Bereich liegen: Eigenschaften wie Zuverlässigkeit, Vertrauen und Gerechtigkeit sind für Mitarbeiter wichtiger als Fachkompetenz, Problemlösungsfähigkeit und Erfolgsorientierung.

Daher stand am ersten Tag in erster Linie die eigene Person im Fokus:

Mit Hilfe einer ausführlichen Typanalyse konnte man seinen eigenen bevorzugten Verhaltensstil kennen lernen. Selbsterkenntnis ist ein erster Schritt zu lernen, effektiver mit sich selbst und anderen umzugehen.
Aber auch bei der Einschätzung der eigenen Mitarbeiter ist das Erkennen der Persönlichkeitstypen ein wertvolles Werkzeug, mit dessen Hilfe Charaktereigenschaften erfasst und das Verhalten und die Bedürfnisse der Firmenangehörigen besser verstanden werden können.

Meine eigenen Bedürfnisse und die meiner Mitarbeiter erkennen, Burnout verhindern und lernen, nein zu sagen, motivieren und Grenzen setzen – diese Themen wurden ausführlich besprochen. Dabei gab die Referentin mit einem ausgewogenen Verhältnis von Vortrag, Gruppenarbeit und praktischen Übungen viel Gelegenheit zur aktiven Mitarbeit. Für alle Teilnehmerinnen des Workshops war das ein spannender Tag!

Tag zwei widmete sich ausführlich den Themen Motivation und Kommunikation:

Was motiviert meine Mitarbeiter? Lob oder Anerkennung, Geld oder mehr Urlaub? Was demotiviert sie?
Motivation ist die zentrale Voraussetzung, um mit Einsatz und das Engagement eine Aufgabe zu erfüllen. Hierbei hat der Chef eines Unternehmens eine sehr wichtige Aufgabe. Denn nach einer Studie ist der wichtigste Motivationsfaktor die Wertschätzung der Person und der Arbeit durch Führungskräfte. Die größte Mitarbeiterbindung wird durch Vertrauen, Respekt und Zugänglichkeit erzielt.
Anhand verschiedener Theorien erläuterte Kirch die Gründe, die zu Zufriedenheit und Motivation oder – im Gegensatz dazu – zu Unzufriedenheit und somit Leistungsminderung führen. Sie gab zahlreiche Anregungen und Beispiele, welche Handlungsweisen welche Auswirkung haben und mit welchen Mitteln man seine Mitarbeiter und nicht zuletzt auch sich selbst motivieren kann.

„Man kann nicht nicht kommunizieren (Watzlawick Paul)“

Selbst wenn ich nichts sage, kommuniziere ich. Kleidung, Frisur und Gepflegtheitsgrad prägen den ersten Eindruck, aber die Körpersprache ist das entscheidende Kommunikationsmittel. Auch in einem Gespräch zählt nicht nur das gesprochene Wort, sondern vor allem die Körpersprache. Somit sind äußere Haltung, Mimik, Gestik wichtige Merkmale, mit deren Hilfe ich Menschen und Situationen besser verstehen kann. Authentisch wirke ich als Führungskraft deshalb nur, wenn meine eigene Körpersprache mit meiner gesprochenen Sprache übereinstimmt.
Kommunikationsregeln, Zuhören und aktives Zuhören, Gespräche vorbereiten und führen – anhand von Rollenspielen und vielen Praxistipps wurden diese Themen rund um Motivation und Mitarbeiterführung ausführlich analysiert und besprochen. Am Schluss gab es für alle Teilnehmerinnen noch eine Mappe mit den kompletten Unterlagen des Workshops zum Nachlesen.

Fazit:
Als Führungskraft muss ich mein eigenes Verhalten reflektieren und steuern können und trotzdem ich selbst bleiben. Das ist wichtig, denn Authentizität erzeugt Vertrauen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind gern bereit, Menschen zu folgen, wenn sie ihnen vertrauen können. Ziel ist es, einen authentischen Führungsstil zu entwickeln, der die eigenen Stärken und Schwächen, persönlichen Werte sowie die Ziele des Unternehmens in Einklang bringt. Denn:
„Führung sollte ein Dialog zwischen Menschen sein. Wer Menschen führt, muss auch eine Liebe zu Menschen haben.“

S.G.E.