Burnout

Das Oktober-Seminar von Frau & Handwerk zum Thema Burnout mit Diplom-Pädagogin Susanne Weskott traf offensichtlich ein Thema von großer Aktualität.  F&H  freute sich sehr, neben den sehr zahlreich gekommenen Mitgliedern auch die ehemalige Vorsitzende Astrid Vogel sowie einige Gäste aus der  Regionalgruppe Saar des  Bundesverbandes Sekretariat und Büromanagement (BSB), begrüßen zu können.

Der Begriff Burnout wird von Wikipedia folgendermaßen definiert:

„Das Burnout-Syndrom ist international nicht als Krankheit anerkannt, sondern gilt als ein Problem der Lebensbewältigung . Es handelt sich um eine körperliche, emotionale und geistige Erschöpfung aufgrund beruflicher Überlastung. Diese wird meist durch Stress ausgelöst, der aufgrund verminderter Belastbarkeit nicht bewältigt werden kann. (…) Nicht selten verbirgt sich dahinter eine handfeste Depression.“

So ist der Begriff Burnout – laut Definition einzuordnen zwischen Stress und Depression – in den letzten Jahren immer mehr in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt. Und es kann jeden treffen – egal ob Mann oder Frau, angestellt oder selbständig, Hausfrau oder Schüler. Ob man besonders anfällig ist für Burnout, hängt jedoch  nicht nur von den Umständen, sondern auch vom  jeweiligen Charaktertypen ab. Ehrgeiziges Arbeiten am ständigen Leistungslimit kann genauso in Erschöpfung enden wie mangelnde Durchsetzungskraft  und nicht Nein sagen können. In der Regel beginnt die Entwicklung eines Burnout mit großem Engagement und idealistischer Begeisterung, man bringt vollen Einsatz und tut es gern.  Doch genau hier liegt die Gefahr, von einer temporären Überlastung in eine dauerhafte psychische Überlastung zu rutschen. Denn schnell ist man in einer Abwärtsspirale gefangen: Arbeitszeiten werden länger, Erschöpfung wird ignoriert, und  irgendwann hat man den Zeitpunkt verpasst, loszulassen. Die Leistungsfähigkeit sinkt, Erfolge bleiben aus, alles belastet, Verzweiflung stellt sich ein. Alles erscheint freudlos,  psychosomatische Reaktionen treten auf, oftmals folgt die Flucht in die Sucht.

Frau & Handwerk Seminar Burnout

So gehörten zu den Warnzeichen eines Burnout unter anderem das  Nachlassen der sozialen Kontakte – für Freunde und die eigene Familie fehlt die Zeit, für Hobbies die Energie – und eine Entspannung ist nicht mehr möglich.

Doch wie geht man nun mit einer Überbelastung um und wie kann man die Gefahr eines Burnout vermeiden? 

Referentin Susanne Weskott, rät erst einmal zur Selbstfürsorge: „Bauen Sie sich Erholungsinseln in Ihren Alltag ein, achten Sie auf sich selbst und gehen Sie liebevoll mit sich um!“ Dazu gehöre es auch, Kontakte zu pflegen und sich Hobbies zu widmen. Manchmal helfe es auch, das Rollenverständnis zu Ehepartner und Vorgesetzen, Kollegen und Freunden zu überdenken und gegebenenfalls zu ändern. Auch mal „Nein“ sagen und Verantwortung abgeben – das falle vielen schwer, aber das könne man lernen. „Schluss mit überhöhten Ansprüchen an sich selbst!“ lautet ihre Empfehlung. „Sorgen Sie für ausreichend Schlaf,  treiben Sie Sport oder probieren Sie verschiedene Entspannungstechniken aus“.   Im Betrieb fördert besonders der verantwortungsvolle und respektvolle Umgang miteinander das stressfreie Arbeiten und steigert dadurch oft auch den Erfolg eines Unternehmens. Transparente Entscheidungen und ein offener Umgang mit Fehlern und Konflikten sind entscheidende Faktoren für ein gesundes und angenehmes Betriebsklima.

Befindet man sich bereits in einem Burnout, wird es schwierig, denn Medikamente gegen Stress und Burnout gibt es nicht. Als wirksam hat sich dabei – je nach Symptomatik- neben einer medikamentösen Behandlung auch eine verhaltensorientierte Therapie bewährt.  Das kommt jedoch ganz auf den Einzelfall an, daher hat sich eine individuell angepasste Behandlung als effektivste Möglichkeit erwiesen.

Doch hoffen wir, dass es nicht erst so weit kommt. Vielleicht handeln wir am besten frei nach Voltaire:

Da es sehr förderlich für die Gesundheit ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein.“

SGE